Aus der Neuen Welt

Das diesjährige Frühjahrskonzert der Rhein-Ruhr Philharmonie ist geprägt von der Musik George Gershwins und Antonín Dvořáks – zwei Komponisten, die auf ganz unterschiedliche Weise die musikalische Geschichte Amerikas hörbar machen. Es ist eine Geschichte von Hoffnung und Aufbruch, von Aufständen, indigenen Traditionen und dem Kampf gegen Rassismus. Diese Themen beschäftigen uns auch, und vielleicht ganz besonders, in der Gegenwart. Der Titel unserer beiden Konzerte ist daher als bewusste Rückbesinnung auf jene Ideale zu verstehen, für die diese Musik einst stand: Freiheit, Würde, kulturelle Vielfalt und der Glaube an gesellschaftlichen Fortschritt. In den Werken Gershwins und Dvořáks klingt ein Amerika, das sich als offenes Versprechen verstand – als Hoffnung auf ein Miteinander, das aus unterschiedlichen Stimmen eine gemeinsame Sprache formt.

Der Abend wird mit George Gershwin eröffnet. I Got Rhythm komponierte er ursprünglich für das Broadway-Musical Girl Crazy, es wurde schnell zum Erfolg. Deer Song enthält Elemente aus der jüdischen Theatermusik der Lower East Side, aus Ragtime und Blues sowie aus zeitgenössischen Tanzrhythmen. Die Rhein-Ruhr Philharmonie spielt eine eigens für diesen Abend geschaffene Bearbeitung für großes Orchester und Jazzband von Bernd Johannes Wolf.

Darauf folgend hören wir Gershwins einziges Klavierkonzert, das Concerto in F, uraufgeführt im Dezember 1925. Es verbindet die Energie des damaligen New York mit der klassischen Form des Klavierkonzerts. Jazz- und Blueselemente stehen dabei gleichberechtigt neben klassischen Strukturen.

Die zweite Hälfte des Abends ist ganz Antonín Dvořák gewidmet. Seine 9. Symphonie (Aus der Neuen Welt) zählt mit ihren eingängigen Melodien zu seinen bekanntesten Werken. Entstanden während seines Aufenthalts in den USA, zeigt sie eindrucksvoll, wie stark ihn die dortige Musik geprägt hat. Dabei ging es Dvořák nicht um eine bloße Nachahmung, sondern um das Aufgreifen charakteristischer Klangfarben und Rhythmen aus Tänzen und Spirituals der indigenen Bevölkerung sowie afroamerikanischer Traditionen. Die Uraufführung der Symphonie fand am 16. Dezember 1893 in New York statt und wurde von Dvořák selbst dirigiert.

Die Konzerte finden am 15.03.2026 um 16:30 Uhr und 28.03.2026 um 19:00 Uhr statt. Karten sind ab sofort verfügbar, weitere Details unter Konzerte.