Neuigkeiten

Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod von André Sebald erfahren. Er verstarb in der vergangenen Woche im Alter von 73 Jahren.

Die Rhein-Ruhr Philharmonie durfte zwei Projekte, 2023 und 2025, mit ihm gestalten, in denen er uns mit Humor, einer unendlichen Erfahrung und mit seinem profunden Wissen dem Ideal von Werktreue und lebendiger Interpretation näherbrachte.

Seine freundlichen Hinweise, dass man gesteckten Zielen immer auch noch ein bisschen näher kommen kann, werden unseren weiteren Weg begleiten und immer in Erinnerung sein.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.

Lieber André, du bleibst als wichtiger Wegbegleiter des Orchesters stets in unseren Herzen!

Die Rhein-Ruhr Philharmonie

Das diesjährige Frühjahrskonzert der Rhein-Ruhr Philharmonie ist geprägt von der Musik George Gershwins und Antonín Dvořáks – zwei Komponisten, die auf ganz unterschiedliche Weise die musikalische Geschichte Amerikas hörbar machen. Es ist eine Geschichte von Hoffnung und Aufbruch, von Aufständen, indigenen Traditionen und dem Kampf gegen Rassismus. Diese Themen beschäftigen uns auch, und vielleicht ganz besonders, in der Gegenwart. Der Titel unserer beiden Konzerte ist daher als bewusste Rückbesinnung auf jene Ideale zu verstehen, für die diese Musik einst stand: Freiheit, Würde, kulturelle Vielfalt und der Glaube an gesellschaftlichen Fortschritt. In den Werken Gershwins und Dvořáks klingt ein Amerika, das sich als offenes Versprechen verstand – als Hoffnung auf ein Miteinander, das aus unterschiedlichen Stimmen eine gemeinsame Sprache formt.

Der Abend wird mit George Gershwin eröffnet. I Got Rhythm komponierte er ursprünglich für das Broadway-Musical Girl Crazy, es wurde schnell zum Erfolg. Deer Song enthält Elemente aus der jüdischen Theatermusik der Lower East Side, aus Ragtime und Blues sowie aus zeitgenössischen Tanzrhythmen. Die Rhein-Ruhr Philharmonie spielt eine eigens für diesen Abend geschaffene Bearbeitung für großes Orchester und Jazzband von Bernd Johannes Wolf.

Darauf folgend hören wir Gershwins einziges Klavierkonzert, das Concerto in F, uraufgeführt im Dezember 1925. Es verbindet die Energie des damaligen New York mit der klassischen Form des Klavierkonzerts. Jazz- und Blueselemente stehen dabei gleichberechtigt neben klassischen Strukturen.

Die zweite Hälfte des Abends ist ganz Antonín Dvořák gewidmet. Seine 9. Symphonie (Aus der Neuen Welt) zählt mit ihren eingängigen Melodien zu seinen bekanntesten Werken. Entstanden während seines Aufenthalts in den USA, zeigt sie eindrucksvoll, wie stark ihn die dortige Musik geprägt hat. Dabei ging es Dvořák nicht um eine bloße Nachahmung, sondern um das Aufgreifen charakteristischer Klangfarben und Rhythmen aus Tänzen und Spirituals der indigenen Bevölkerung sowie afroamerikanischer Traditionen. Die Uraufführung der Symphonie fand am 16. Dezember 1893 in New York statt und wurde von Dvořák selbst dirigiert.

Die Konzerte finden am 15.03.2026 um 16:30 Uhr und 28.03.2026 um 19:00 Uhr statt. Karten sind ab sofort verfügbar, weitere Details unter Konzerte.

Am Samstagabend, dem 15. November 2025, verwandelte die Rhein-Ruhr Philharmonie die bis auf den letzten Platz gefüllte Gebläsehalle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in ein Tor zum hohen Norden. Über 700 Gäste folgten der Einladung von Volksbank klassisch und erlebten ein Herbstkonzert, das nicht nur musikalisch, sondern auch visuell eine außergewöhnliche Reise versprach.

Geprägt wurde der Abend von zwei herausragenden Künstlerinnen: Eva Caspari und Leoni Ridder. Während Ridder im Orchester mitspielte, bildeten ihre eindrucksvollen Landschaftsfotografien aus Skandinavien den atmosphärischen Hintergrund des Konzerts. Über dem Orchester projiziert, verschmolzen ihre Bilder mit den Kompositionen von Nielsen, Svendsen, Alfvén, Sibelius und Grieg zu einem stimmungsvollen, taktgenau abgestimmten Gesamterlebnis.

Unter dem präzisen Dirigat von Eva Caspari führte der musikalische Weg von Dänemark über Schweden, Norwegen und Island bis nach Finnland. Mit wenigen, aber pointierten einführenden Worten gab sie dem Publikum Orientierung und eröffnete Zugänge zu der Klangwelt des Nordens. Die Kombination aus Musik, Casparis Moderationen und Ridders Bildsprache verdichtete sich zu einem immersiven Gesamtkunstwerk.

Als finaler Höhepunkt erklang Griegs Peer Gynt Suite – ein Werk, das viele im Saal als vertrauten Klang aus ihrer musikalischen Erinnerung erkannten. Dieses Wiedererkennen wirkte wie ein sanftes Ankommen nach einer weitläufigen Reise und setzte einen perfekten Schlussakkord unter einen Abend, der Herzen öffnete: für neue Eindrücke, für die Kunst des Hörens und Sehens und für alles, was zwischen Klang und Bild entsteht.

Auch die Rückmeldungen aus dem Publikum unterstrichen die besondere Wirkung des Abends. Zahlreiche Gäste zeigten sich tief bewegt und fanden spontane Worte des Dankes. „Das war das schönste Konzert meines Lebens“, schwärmte eine Besucherin, während ein anderer Gast das Ereignis ohne Zögern als „das Highlight des Jahres“ bezeichnete. Immer wieder war zu hören: „Einfach nur klasse!“ – und viele berichteten von Momenten, in denen sie regelrecht Gänsehaut bekommen hatten. Diese Reaktionen machten deutlich, wie nachhaltig die Verbindung aus Musik, Bild und Atmosphäre das Publikum erreicht hatte.

Ein Konzert, das nachhallt – weit über den 15. November hinaus.

Abendstimmung am Ende der Helios-Ouvertüre von Nielsen